Dienstag, 31. Oktober 2017

Vorbereitungen für Halloween


Wie schon in den letzten Jahren kam auch heuer wieder mein Patenkind Lena zum Herbstbasteln zu uns. Für Sonntag war ein orkanartiger Sturm mit Spitzen bis zu 120 km/h angekündigt worden, eigentlich das ideale Wetter um drinnen, geschützt im Warmen, an Halloweendekoration zu basteln. Während der Sturm draußen tobte, die Äste sich in alle Richtungen bogen und unsere Steinterrasse innerhalb kürzester Zeit unter einer nassen Blätterdecke verschwand, bemalten wir Birkenscheiben mit herbstlich-gruseligen Motiven. Lena ist eine Freundin der Krähen, sie spricht, oder besser gesagt kräht, auch regelmäßig mit ihnen und fand somit die Schablone in Form eines Vogels nicht schrecklich genug. Lena zeichnet ausserdem, im Gegensatz zu mir, die keinerlei Talent hat und vollkommen auf Schablonen angewiesen ist, sehr gut und skizzierte, unglaublich für mich, frei Hand einfach ein Skelett. Das Skelett wird bestimmt der Höhepunkt unserer Halloweenparty dieses Jahr.




Michael versuchte sich währenddessen zum ersten Mal in einer neuen handwerklichen Tätigkeit. Wir wissen nicht genau wann, aber wir nehmen an passenderweise während der letzten Halloweenparty, ist das Geflecht natürlich der Sitzfläche eines unserer "Ersatzsessel", die auf größere Gesellschaft wartend ein Schattendasein in unserem Keller fristen, buchstäblich aus dem Rahmen gefallen. Nun brauchen wir für die diesjährige Party einen "sitzfesten" Sessel und Michael entschloss sich, die Sache, nachdem ein professioneller Restaurator leider offensichtlich daran gescheitert war, selbst in die Hand zu nehmen. Noch im August waren wir in einem herrlichen Laden, Dieroff Naturwaren  im 7. Bezirk, um das Flechtwerk aus Peddigrohr zu besorgen. Ich konnte mich an den vielen Rollen aus Rattan, Peddigrohr, Sisal, Bast, Jute, Kokos, Baumwolle und Manilafaser gar nicht sattsehen. Am liebsten haette ich alles angegriffen und gleich mitgenommen. Solche Geschäfte sind es, die ich liebe.
Das Qualitäts-Peddigrohr war es, das schließlich mit nach Hause kam. Ich bewundere Michael für seine Fingerfertigkeit und Geduld, die ich nie aufbringen könnte. Unzählige dünne Rohre müssen in einem langwierigen Muster durch den zuerst gefertigten Rahmen gewebt werden - für mich ein Alptraum, Michael sieht es als meditative Übung. Hut ab! Derjenige, der heute Abend auf dem fertiggestellten Sessel sitzen darf, kann sich fühlen wie ein König!

  




Während wir alle so vor uns hin arbeiteten, kam plötzlich fast grell die Sonne hinter den Wolken hervor. Der Wind blies immer noch heftig, aber er schien die dunkelgrauen Wolken vertrieben und Platz für strahlendes Licht gemacht zu haben, ideal um unsere schaurig-schönen Werke zu beleuchten. Ich kann gar nicht darauf warten, sie heute Abend bei unserer Tischdekoration einzusetzen. Vielen Dank liebe Lena, du bist großartig und es macht so viel Spaß, mit dir kreativ zu sein!   









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