Freitag, 9. September 2016

Eierschwammerl und Markttage - mein erster "erlebter" Spätsommer


Ich weiß nicht woran es liegt, aber mir kommt vor, ich habe den Spätsommer noch nie so erlebt wie dieses Jahr. Ich erinnere mich an vergangene Jahre, in denen ein herrlicher, heißer Hochsommertag ohne jede Warnung plötzlich in einen kalten, regnerischen Herbsttag übergegangen ist. Natürlich, der Herbst wurde meist nach diesem ersten Schreckenstag, oder mehreren davon, wieder besser, mit noch angenehmer Wärme, schönem Licht und sich verfärbenden Laub, aber es war einfach Herbst. Heuer haben wir richtigen Spätsommer und das schon seit fast zwei Wochen - eine mir wirklich neue Erfahrung. Ich genieße die Wärme untertags, die schon kühleren, aber kuscheligen Abende und vor allem das immer noch vielfältige Obst und Gemüse, das jetzt gerade Sommer und Herbst verbindet, weil beides noch, und schon, zu haben ist.
Unsere Nachbarn haben das letzte Wochenende auf einer Alm verbracht und uns, zu unserer großen Freude, eine große Kiste Eierschwammerl mitgebracht. Nun essen wir seit drei Tagen Eierschwammerl. Eierschwammerl sind für mich so etwas wie Spargel oder Kürbis. Es gibt sie nur für eine sehr kurze Zeit und ich überesse mich in dieser Zeit so dermaßen daran, dass ich schließlich fast froh bin, dass die Saison vorbei ist, weil ich sie nicht mehr sehen kann. Das Jahr darauf fiebere ich dem ersten Spargel, dem ersten Kürbis oder eben Eierschwammerl dann wieder freudig entgegen.
Die ersten Eierschwammerl hatten wir in "en cocotte", in einem kleinen Töpfchen mit Eiern, Schalotten, Knoblauch, Petersilie, Rotwein und den Schwammerln im Wasserbad gedämpft. Am Ende ist das Weiße vom Ei fest, das Eigelb aber noch herrlich flüssig und man kann es mit frischem Brot auftunken. Am zweiten Tag gab es Pasta mit einer Schwammerl-Sauerrahmsauce, wieder mit Schalotten und diesmal Weißwein aufgegossen. Heute ist dann der Klassiker mit Semmelknödel dran. Dann habe ich fürs erste einmal genug, aber der Appetit auf Eierschwammerl kommt sicher noch einmal zurück in der nächsten Woche.




Heute Vormittag bin ich mit dem Rad zum Markt, der jeden Freitag in unserer Nachbarstadt Korneuburg stattfindet, gefahren und mit vollem Fahrradkorb wieder zurückgekommen. Der erste Hokkaido-Kürbis, wenn wir schon von ersten saisonalen Genüssen sprechen, war dabei, dazu Pastinaken. Ich habe kürzlich ein Rezept gesehen, in dem in die Kürbissuppe auch Pastinaken kommen. Das kann ich mir gut vorstellen und möchte das ausprobieren.


 
Bei knackigen und säuerlichen Äpfeln kann ich nicht nein sagen, genauso wenig bei Paradeisern in verschiedenen Größen und Farben, vor allem weil unsere Ernte sich langsam dem Ende nähert. Der Salat, die Spitzpaprika und die Feigen sind in einem weiteren Rezept verarbeitet worden, gemeinsam mit Avocado, die es am Markt aber natürlich nicht gab, da musste der Supermarkt herhalten.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen