Dienstag, 2. August 2016

Savoir vivre in der Provence






Von einem Ausflug in die Camargue haben wir eine antike Teetasse mit türkisen und blassblauen Blümchen und Goldrand, einen weiteren blauen Teller, wie kann denn das sein, einen Vin gris de Sable und jede Menge Essen mitgebracht, darunter natürlich auch den roten Camargue-Reis, den wir allerdings erst daheim ausprobieren werden, sowie Fleur de Sel. An den rosafarbenen Feldern voller Salzblüten sind wir heute vorbeigefahren, rosa Flamingos haben wir keine gesehen, weiße Pferde nur innerhalb von Zäunen, aber immerhin. 

Unser jetziges Chambres d'hôtes, Le Prince Noir, hat, neben tiefen Steinfenstern und schöner Tapisserie mit Löwen, Einhörnern und höfischen Damen aus dem Mittelalter an der Wand gegenüber unseres Bettes (ich musste lachen, meine Schwiegereltern haben fast den selben Wandteppich im Esszimmer hängen, der Löwe und das Einhorn gleich sich vollkommen, die Damen sind andere), eine Terrasse mit atemberaubenden Ausblick auf die ebenfalls mittelalterliche, in den Stein gehauene Stadt Les Baux, am schönsten zum Sonnenuntergang, wenn die Zikaden ihre Flügel noch immer schlagen. Weil hier auf der Steinterrasse auch Tische umgeben von Oleandern, Rosmarin und Lavendel stehen, mussten wir hier einfach unser Essen heraufbringen. Kein Restaurant, von denen in Les Baux abends sowieso nur zwei geöffnet sind, weil, nachdem die Tagesbesucher die Stadt verlassen, es hier abends herrlich einsam und ruhig ist, ist so gut wie ein "dîner sur l'herbe". Meine neuen, alten Teller kamen zum ersten richtigen Einsatz, und sogar die ansässige Katze gesellte sich zu uns - wohl eher wegen der gut duftenden Wurst, nicht wegen der Teller, auf der sie serviert wurde. 

http://leprincenoir.fr/ 

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