Samstag, 27. August 2016

Samstag Morgen beim Trödler


Heute morgen bin ich früh aufgewacht und konnte gar nicht glauben, wie still es war - keine vorbeifahrenden Autos und keine Stimmen von Spaziergängern am neben uns gelegenen Parkring, kein Muchs im Haus, nicht einmal die Vögel zwitscherten. Die Trocknungsmaschinen und der dazugehörige Ventilator, die uns die letzten zehn Tage mit ihrem lauten Brummen "beglückt" hatten, um den Wasserschaden, den wir nach unserer Rückkehr aus Südfrankreich und Norditalien vorgefunden hatten, zu trocknen, waren gestern abgeholt worden, endlich! Herrliche Stille. Ich habe an den letzten Abend gedacht, den wir bei lieben Freunden zu wunderbarem Essen und guten Gesprächen verbracht hatten.  Dann dachte ich daran, dass heute Samstag ist und mein lokaler Trödler, zwei Orte weiter, vormittags offen haben wird. Schon seit einigen Tagen spukt in meinem Kopf herum, dass ich dort wieder einmal auf Schatzsuche gehen möchte. Als hätte ich in Frankreich nicht auf genug Flohmärkten und in kleinen Trödelläden, den "Brocantes", herumgestöbert - und gekauft - es ist wie eine Sucht. Ich kann nicht genug kriegen und der Gedanke, dass irgendwo "der Fund" herumliegen und ich ihn versäumen könnte, lässt mich nicht los. So bin ich kurz vor neun ins Auto gestiegen ...

 

 
 





Tatsächlich haben heute einige Schätze auf mich gewartet. Ich habe geschlagene zwei Stunden in der Halle verbracht, Michael dachte schon, ich sei aus Verzweiflung, nichts gefunden zu haben, auf den Flohmarkt nach Wien gefahren, aber nein, es gab genug Stücke, die mir zugerufen haben. Sie sind nicht alle in meinem Kofferraum gelandet, der eigentlich sehr kompakt ist, sich in solchen Situationen dann aber oft "dehnbarer" und antiquitätenfreundlicher erweist, als ich gedacht hätte.

Vier in Rosatönen gehaltene Teller, so viel zu "Man kann nie genug Teller haben", eine graue Kiste, von der die Frau des Trödlers meinte, sie sei eine Militärkiste, aber was soll's, und eine petrolfarbene Waschbank fanden den Weg in meinen kleinen Hyundai. In die Kiste möchte ich Tagesdecke und Pölster von unserem Schlafzimmer geben, wenn sie nicht gebraucht werden. Durch die graue Farbe würde sie aber eigentlich perfekt in den Vorraum passen, wo ich momentan allerdings keinen Platz sehe, aber das kann ja noch werden. Die Waschbank muss noch etwas renoviert werden. Der Vorhang, von dem mir der Händler begeistert gesagt hätte, es wäre noch der Originalvorhang, ist nicht gerade nach meinem Geschmack.




 
Nicht, dass ich keine Blumen mag, aber nicht diese. Auch die Bauernmalerei auf der Seite des Bänkchens ist nicht unbedingt mein Geschmack. Ich werde wohl bei Camaleo, einem fabelhaften Geschäft in der Liechtensteinstraße in Wien, in dem man herrliche Kreidefarben bekommt, auf die Suche nach Petrol gehen. Oder vielleicht lasse ich sie auch einfach so, wer weiß, eines Tages entdecke ich vielleicht meine Liebe für Bauernmöbel ... wie auch immer, die Waschbank wird wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen und kommt in die Waschküche, um dort Geschirr- und Putztücher aufzubewahren. Der Vorhang, auch wenn Retro bei manchen vielleicht wieder total angesagt ist, muss aber auf jeden Fall weg. Ich habe schon naturfarben-dunkelblau gestreiftes Leinen, das ich in L'Isle sur la Sorgue gekauft habe, im Auge und überlege noch, wie man es am besten auf die kleinen Häkchen bekommt, an denen jetzt der Blümchenstoff festgemacht ist. Wie das Fundstück dann zuguterletzt wirklich aussehen wird, werde ich natürlich auch hier festhalten.  
 

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