Samstag, 20. August 2016

Es ist der Spätsommer, nicht der Herbst

 


 

Ich dachte ja bereits, es ist vorbei mit dem Sommer, der Herbst sei schon längst ins Land gezogen, aber heute wurde ich - Gott sei Dank - eines besseren belehrt. Es war so schwül, dass sogar ich, die eigentlich bei fünfunddreißig Grad erst wirklich zu leben beginnt, an meine Grenzen geriet. Ich glaube, heute ist mir zum ersten Mal in meinem Leben passiert, dass ich mich aufgrund der drückenden Hitze, nach allem was ich getan hatte, erst einmal hinsetzen musste. Das Besteck polieren, hinsetzen. Die Platzteller eindecken, hinsetzen. Die Weingläser holen, hinsetzen. Aber ich bin froh, es ist gut, dass der Herbst doch noch etwas auf sich warten lässt und wir vielleicht noch ein paar wirklich warme Spätsommertage genießen können.
 
Heute haben wir unsere Familie französisch-italienisch bekocht, und weil das Wetter wieder mitgespielt hat, hat es sich wieder einmal fast so angefühlt, als wären wir in der Provence. Die Tischdecke, die ich am Markt von Goult erstanden habe, kam zum ersten Mal zum Einsatz. Sie ist ein bisschen kleiner, als ich gedacht habe, aber so kam sie einfach über jene graue Tischdecke, die ich zu Pfingsten in Carcassonne gekauft habe, es ist ja nicht so, dass wir keine Auswahl hätten ...
 
Zu Essen gab es ein herrliches Vitello tonnato, für das Michael schon vorgestern das Kalbfleisch in Wein angesetzt hat, gefolgt von den unvermeidlichen Tagliolini mit Ragu di Salsiccia, von denen ich derzeit einfach nicht genug bekommen kann und als Dessert Tiramisu mit Creme Caramel au beurre salé, auch selbst gemacht von Michael mit viel Butter, Zucker und Fleur de Sel. Die Teller kamen fast wie schon gewaschen zurück, wenn wir uns getraut hätten, wir hätten sie noch ausgeschleckt!
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen